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Alpine Bike route-01
Alpine Bike
Scuol–Aigle
Zur Route
Alpine Bike – ein riesiges Highlight

Alpine Bike – ein riesiges Highlight

Eine wunderschöne, herausfordernde Tour mit unzähligen Eindrücken, durch äusserst abwechslungsreiche Landschaften, Kantone, Sprachregionen und Kulturen. Alles hat bestens funktioniert: Perfekte Beschilderung, gute Unterlagen und ein Bike ohne Defekte. Es war einfach der Hit!
27.6.2010, Start 8.00h, Zug–Scuol–Tschierv

Abfahrt in Zug Richtung Thalwil–Chur–Scuol mit Ankunft in Scuol um 10.27h. Bei herrlichem Wetter, warm und sonnig, startete ich in meine erste Etappe via S-Charl über den Pass da Costainas nach Lü und weiter nach Tschierv, wo ich von Daniela & Sandro im B&B „Casa Chaprut“, nach einem herzlichen Empfang, beherbergt und verköstigt wurde. Den Abend verbrachte ich zusammen mit einer Gruppe Einheimischer in einer Waldhütte in der Nähe von Tschierv, während auf einer Grossleinwandübertragung die Fussball-Nationalspieler von Deutschland und England gegeneinander antraten.
28.6.2010, Start 8.15h, Tschierv–Livigno

Der erste Höhepunkt: Ein traumhafter Aufstieg durch harzig duftende Lärchenwälder hoch zum Döss Radond, gefolgt von einer Abfahrt durch das himmlische Val Mora zum Lago di Fraele und einem weiteren Aufstieg zum Passo di Alpisella mit anschliessendem Downhill nach Livigno. Diese Etappe ist schlichtweg ein Traum! Übernachtung in der Nähe des morgigen Startpunkts im Hotel La Suisse mit vorgängiger Besichtigung des sehr touristischen Livigno’s.
29.6.2010, Start 7.30h, Livigno–Silvaplana

Ein harter Tag steht mir bevor. Auf einer defintiv nicht für Biker in den Hang gefrästen staubigen Schotterpiste kämpfte ich mich zum Rifugio Cassano und weiter auf den Pass Chaschauna hoch. Der mit 2694m höchste Punkt der Alpine Bike Tour ist erreicht und ich geniesse die herrliche Aussicht auf das Ortlermassiv und die vor mir liegenden Engadiner Berge. Die Abfahrt vom Pass Chaschauna durch das gleichnamige Tal nach S-Chanf ist ein weiterer Höhepunkt dieser Tour – technisch anspruchsvoll aber spitze! Die Etappe führt mich weiter dem Inn entlang durch unzählige Engadinerdörfer bis ich schlussendlich nach 19km Gegenwind an meinem Etappenziel, dem Campingplatz Silvaplana ankomme. Ich übernachte im Wohnwagen eines Freundes.
30.6.2010, erster Ruhetag, Silvaplana

Ich verbringe den Tag auf Maloyawind wartend in Silvaplana in der Hoffnung, noch ein paar Lines auf dem Silvaplanersee kiten zu können. Daraus wird leider nichts.
1.7.2010, Start 8.30h, Silvaplana–Bivio–Tiefencastel

Das heutige Tagesprogramm beinhaltet eine Doppeletappe von Silvaplana über den Septimerpass nach Bivio und weiter via Alp Flix nach Tiefencastel. Die Wetterlage ist sehr labil und so starte ich bei zwar sonnig-warmem Wetter mit jedoch grosser Gewitterneigung, zusammen mit meinem Kumpel, in Richtung Maloyapasshöhe. Dort angekommen trennen sich unsere Wege. Den Einstieg zum Septimerpass erreiche ich nach einer rasanten Abfahrt über die Maloya-Passstrasse, einer der wenigen Asphaltstrecken auf dieser Tour. Auf dem Septimerpass angekommen wünschte ich mir, diesen Streckenabschnitt nie in Angriff genommen zu haben. Im Vergleich dazu war der äusserst steile Pass Chaschauna ein Klaks! Nach 1h Bike buckeln freue ich mich auf die Abfahrt nach Bivio über die harmlose Schotterstrasse. Die labile Wetterlage macht sich in Form von drohenden Gewittern immer mehr bemerkbar. Mit Donnern im Nacken fahre ich gleich weiter Richtung Tiefencastel mit einem Abstecher über die Alp Flix. Unglücklicherweise biege ich, wie ich aber erst später bemerke, viel zu früh rechts ab und so entpuppt sich der anfangs herrlich grün leuchtende Waldweg als Irrfahrt und wird zunehmend zu einer weiteren Tragestrecke. Nach diesen Strapazen und den immer noch drohenden Gewittern kann ich die Hochebene Alp Flix nicht wirklich geniessen und nehme sogleich die Abfahrt nach Savognin in Angriff. Gezeichnet von den vielen Trageeinheiten führt mich die Strecke nach Tiefencastel weiter durch unzählige Dörfer hoch über dem Tal. Erschöpft am Tagesziel angekommen checke ich im einzigen noch freien Zimmer im Hotel Albula-Julier in Tiefencastel ein.
2.7.2010, Start 7.30h, Tiefencastel–Safiental–Vals

Um die anstrengende Woche bei einem Thermalbadbesuch in der Therme Vals zusammen mit meiner Freundin entspannend ausklingen lassen zu können, müssen die nun bevorstehenden Etappen von Tiefencastel über den Heinzenberg ins Safiental und weiter über den Tomülpass nach Vals erneut in einem Tag anstatt in zweien zurückgelegt werden. Der Aufstieg nach Alvaschein war härter als erwartet, wird aber mit einer spannenden Abfahrt durch Galerien und herrlich exponierten Singletrails mit bezaubernden Ausblicken belohnt. Damit ich beide Etappen an einem Tag bewerkstelligen kann besteige ich in Thusis das Postauto und lasse mich nach Obertschappina hochfahren. Dort nehme ich die letzten Höhenmeter auf den Glaspass gelassen in Angriff und freue mich auf die technisch anspruchsvolle Abfahrt runter ins Safiental. Nach Thalkirch beginnt der kurvige Aufstieg über einen holprigen Polenweg auf den Tömülpass. Erneut werde ich von Donnerwettern verfolgt und exakt bei Erreichen der Passhöhe entlädt sich die labile Luft und ich erlebe die einzigen 10 Minuten Regen während meiner ganzen Tour. Der Downhill nach Vals ist klasse – technisch anspruchsvoll, abwechslungsreich und landschaftlich traumhaft!
3.7.2010, Ruhetag Vals

Ich verbringe den Tag zusammen mit meiner Freundin im wunderschönen Thermalbad von Vals und geniesse die Entspannung und den Komfort des Garni Schnyder.
4.7.2010, Start 8.00h, Vals–Disentis

Nachdem ich mich von meiner Freundin verabschiedet hatte führt mich die nächste Etappe durch’s Val Lumnezia über die Alp Nova nach Disentis. Schon während den ersten Metern des Aufstiegs bemerke ich Schmerzen in meinem rechten Knie. Ich fühle mich ausgepumpt und erschöpft, kämpe mich aber durch und erreiche Cavardiras, ein kleiner Weiler kurz vor Disentis, wo ich im B&B „Pign Padua“ mein Knie pflege und übernachte.
5.7.2010, Start 9.00h, Disentis–Andermatt

Aufgrund der anhaltenden Schmerzen im Knie habe ich mich entschieden, die Strecke von Cavardiras bis an den Fuss des Maighelspasses in Tschamut mit der Rhätischen Bahn zurückzulegen. Die Fahrt über den Maighelspass lasse ich mir aber nicht entgehen. Der Aufstieg ist kurz und angenehm zu fahren. Es folgt die wohl technisch anspruchsvollste Strecke der ganzen Tour, die Abfahrt vom Maighelspass nach Andermatt. Zusammen mit Gerhard, ihn habe ich am Abend zuvor im B&B kennengelernt, ziehe ich mir diesen Downhill voll rein! In Andermatt übernachte ich bei einer äusserst netten Familie auf dem Bauernhof.
6.7.2010, Start 8.30h, Andermatt–Wassen

Mein Knie schmerzt noch immer, das Wetter schlägt allmählich um und es droht Regen. Ich nehme die Strecke von Andermatt nach Wassen in Angriff, fahre die alte Schöllenenstrasse hinunter und muss leider feststellen, dass es unter diesen Umständen keine Weiterfahrt mehr geben wird. Ich entscheide mich meine Tour in Wassen zu unterbrechen, einerseits um mein Knie auszuheilen, andererseits um der anstehenden Schlechtwetterperiode auszuweichen.
19.7.2010, Start 9.00h, Wassen–Meiringen

Während der letzten zwei Wochen konnte sich mein Knie vollständig erholen und das Wetter hat sich auch genügend ausgetobt und zeigt sich nun wieder von seiner schönsten Seite. Ich setze die Tour in Wassen fort und geniesse das herrlich grüne Tal dem Sustenpass empor. Auf der Passhöhe angekommen bietet sich mir eine einmalige Aussicht auf den Steingletscher. Die Abfahrt nach Innertkirchen und weiter nach Meiringen erfolgt auf der alten Sustenpassstrasse, holprig aber schön. In Meiringen geniesse ich das sommerliche Wetter und übernachte anschliessend in der Hasli Lodge.
20.7.2010, Start 7.30h, Meiringen–Grindelwald

Ein weiteres Highlight steht auf dem Programm: Die Überquerung der Grossen- und Kleinen Scheidegg im Berner Oberland. Der Aufstieg auf mehrheitlich asphaltierter Strasse ist angenehm zu fahren und die Aussicht auf die legendären Riesen des Berner Oberlandes einfach grandios: Wetterhorn, Schreckhorn, Finsteraarhorn, Eiger, Mönch, Jungfrau, Männlichen, First...alles grosse Namen mit unzähligen Geschichten. Vorbei an der Rosenlaui erreiche ich die Grosse Scheidegg, wo einem das Panorama schlichtweg umwirft. Die Abfahrt nach Grindelwald ist einfach aber bezaubernd. Check-In in der „Down Town Lodge“ und Gondelbahnfahrt auf den First. Man sagte mir, die Aussicht vom First sei die schönste vom ganzen Berner Oberland, also liess ich mir dies nicht entgehen.
21.7.2010, Start 7.30h, Grindelwald–Interlaken

Flankiert von unzähligen Viertausendern erreiche ich die Kleine Scheidegg mit der geschichtsträchtigen Eigernordwand und der Jungfraubahn. Die vielen Touristen vertreiben mich aber schon bald wieder und so nehme ich die bevorstehende Abfahrt nach Wengen und weiter nach Lauterbrunnen in Angriff. Gleich unterhalb des Hundschopfs, dem legendären Sprung der Lauberhornabfahrt, führt mein Weg über den Alpweg und weiter durch’s Kernen-S (früher Brüggli-S). In Wengen angekommen gönne ich mir ein warmes Mittagessen, bevor ich mich den steilen Downhill nach Lauterbrunnen hinunterstürze. Die Fahrt nach Interlaken entlang des Flusses ist Entspannung pur, nach all diesen Höhenmetern. In Interlaken übernachte ich im typisch bernerischen „Gasthaus Hirschen“ im Mattenquartier, wo am nächsten Morgen das beste Frühstücksbuffet der ganzen Tour auf mich wartet.
22.7.2010, Start 7.30h, Interlaken–Adelboden

Die längste Etappe der Tour steht an. Entlang des Thunersee’s mit moderater Steigung bis Aeschi, entpuppt sich die Fahrt durch unzählige Seitentäler mehr und mehr als harter Brocken. Hätte ich unterwegs nicht Pierre kennengelernt, welcher das selbe Ziel wie ich hatte, so wäre ich in Frutigen wohl vom Sattel gestiegen und hätte mich mit dem Postauto nach Adelboden fahren lassen. Pierre motivierte mich jedoch durchzubeissen und so erreichte ich ein paar Stunden später erschöpft aber glücklich Adelboden. Erneut schlug das Wetter um ein die Prognose für die nächsten zwei Tage liess nichts gutes verlauten. Ich bezog ein Zimmer in der Pension Sonne und wartete auf besseres Wetter.
23.7.2010, 1. Ruhetag Adelboden

Aufgrund des schlechten Wetters entschied sich meine Freundin mich erneut zu besuchen. Wir verbrachten einen Tag im Dorf von Adelboden und liessen es uns so richtig gut gehen.
24.7.2020, 2. Ruhetag Adelboden

Wetterbedingt pausierte ich einen weiteren Tag. Meine Freundin und ich nutzten die Gelegenheit, an den Engstligenfällen vorbei über den Felsenweg auf die Engstligenalp zu wandern. Absolut lohnenswert muss ich sagen, auch bei schlechtem Wetter.
25.7.2010, Start 8.30h, Adelboden–Château d’Oex

Ich erwachte mit Blick auf sonnenbeschienene Berge mit weissen Kuppen. Meine Tour setzte sich fort über den Hahnenmoospass runter nach Lenk und weiter nach Zweisimmen. Es ist eine kurze Etappe und so beschloss ich, gleich noch eine zweite anzuhängen. Von Zweisimmen schlängelte ich mich das Simmental nach Gstaad und Saanenmöser hoch. Die Landschaft ist herrlich hügelig und nicht zu vergleichen mit den rauen alpinen Regionen der letzten Tage. Es schien, als hätte der Regen alles Spitzige rundgewaschen. Weiter ging die Fahrt an Rougemont vorbei, über den La Laitemaire nach Château d’Oex. Die erstbeste Übernachtungsmöglichkeit nahm ich gleich wahr und bezog ein Zimmer im „Hotel de la gare“, bevor ich mir im hübschen Dorf herumschlendernd in der heimischen Brasserie ein herrliches Abendessen gönnte.
26.7.2010, Start 8.00h, Château d’Oex–Aigle

Die letzte Etappe: Etwas wehmütig, dass heute Abend das ganze Abenteuer schon vorbei sein werde, versuchte ich jeden Meter besonders zu geniessen. Nach dem ersten Aufstieg nach Les Mossettes bot sich mir ein grandioser Panoramablick über den vor mir liegenden Stausee und die ihn umschliessenden Hügel. Bald erreichte ich den Col des Mosses, dessen Moorwiesen in traumhaften Farben leuchteten. Weiter ging die Fahrt, hoch über dem Tal mit Blick auf die Walliser Berge, bis nach Leysin. Ich bog ein auf meine allerletzte Abfahrt auf dieser Tour. Schon nach ein paar Meter entpuppte sich diese als äusserst knifflig und nicht zu unterschätzen. Es war nochmals höchste Konzentration gefragt. Die letzten Kilometer führten mich durch endlos scheinende Rebberge, ehe ich den Bahnhof von Aigle glücklich und zufrieden, und auch ein wenig stolz erreichte.
Eine wunderschöne, herausfordernde Tour mit unzähligen Eindrücken, durch äusserst abwechslungsreiche Landschaften, Kantone, Sprachregionen und Kulturen. Alles hat bestens funktioniert: Perfekte Beschilderung, gute Unterlagen und ein Bike ohne Defekte. Es war einfach der Hit!
27.6.2010, Start 8.00h, Zug–Scuol–Tschierv

Abfahrt in Zug Richtung Thalwil–Chur–Scuol mit Ankunft in Scuol um 10.27h. Bei herrlichem Wetter, warm und sonnig, startete ich in meine erste Etappe via S-Charl über den Pass da Costainas nach Lü und weiter nach Tschierv, wo ich von Daniela & Sandro im B&B „Casa Chaprut“, nach einem herzlichen Empfang, beherbergt und verköstigt wurde. Den Abend verbrachte ich zusammen mit einer Gruppe Einheimischer in einer Waldhütte in der Nähe von Tschierv, während auf einer Grossleinwandübertragung die Fussball-Nationalspieler von Deutschland und England gegeneinander antraten.
28.6.2010, Start 8.15h, Tschierv–Livigno

Der erste Höhepunkt: Ein traumhafter Aufstieg durch harzig duftende Lärchenwälder hoch zum Döss Radond, gefolgt von einer Abfahrt durch das himmlische Val Mora zum Lago di Fraele und einem weiteren Aufstieg zum Passo di Alpisella mit anschliessendem Downhill nach Livigno. Diese Etappe ist schlichtweg ein Traum! Übernachtung in der Nähe des morgigen Startpunkts im Hotel La Suisse mit vorgängiger Besichtigung des sehr touristischen Livigno’s.
29.6.2010, Start 7.30h, Livigno–Silvaplana

Ein harter Tag steht mir bevor. Auf einer defintiv nicht für Biker in den Hang gefrästen staubigen Schotterpiste kämpfte ich mich zum Rifugio Cassano und weiter auf den Pass Chaschauna hoch. Der mit 2694m höchste Punkt der Alpine Bike Tour ist erreicht und ich geniesse die herrliche Aussicht auf das Ortlermassiv und die vor mir liegenden Engadiner Berge. Die Abfahrt vom Pass Chaschauna durch das gleichnamige Tal nach S-Chanf ist ein weiterer Höhepunkt dieser Tour – technisch anspruchsvoll aber spitze! Die Etappe führt mich weiter dem Inn entlang durch unzählige Engadinerdörfer bis ich schlussendlich nach 19km Gegenwind an meinem Etappenziel, dem Campingplatz Silvaplana ankomme. Ich übernachte im Wohnwagen eines Freundes.
30.6.2010, erster Ruhetag, Silvaplana

Ich verbringe den Tag auf Maloyawind wartend in Silvaplana in der Hoffnung, noch ein paar Lines auf dem Silvaplanersee kiten zu können. Daraus wird leider nichts.
1.7.2010, Start 8.30h, Silvaplana–Bivio–Tiefencastel

Das heutige Tagesprogramm beinhaltet eine Doppeletappe von Silvaplana über den Septimerpass nach Bivio und weiter via Alp Flix nach Tiefencastel. Die Wetterlage ist sehr labil und so starte ich bei zwar sonnig-warmem Wetter mit jedoch grosser Gewitterneigung, zusammen mit meinem Kumpel, in Richtung Maloyapasshöhe. Dort angekommen trennen sich unsere Wege. Den Einstieg zum Septimerpass erreiche ich nach einer rasanten Abfahrt über die Maloya-Passstrasse, einer der wenigen Asphaltstrecken auf dieser Tour. Auf dem Septimerpass angekommen wünschte ich mir, diesen Streckenabschnitt nie in Angriff genommen zu haben. Im Vergleich dazu war der äusserst steile Pass Chaschauna ein Klaks! Nach 1h Bike buckeln freue ich mich auf die Abfahrt nach Bivio über die harmlose Schotterstrasse. Die labile Wetterlage macht sich in Form von drohenden Gewittern immer mehr bemerkbar. Mit Donnern im Nacken fahre ich gleich weiter Richtung Tiefencastel mit einem Abstecher über die Alp Flix. Unglücklicherweise biege ich, wie ich aber erst später bemerke, viel zu früh rechts ab und so entpuppt sich der anfangs herrlich grün leuchtende Waldweg als Irrfahrt und wird zunehmend zu einer weiteren Tragestrecke. Nach diesen Strapazen und den immer noch drohenden Gewittern kann ich die Hochebene Alp Flix nicht wirklich geniessen und nehme sogleich die Abfahrt nach Savognin in Angriff. Gezeichnet von den vielen Trageeinheiten führt mich die Strecke nach Tiefencastel weiter durch unzählige Dörfer hoch über dem Tal. Erschöpft am Tagesziel angekommen checke ich im einzigen noch freien Zimmer im Hotel Albula-Julier in Tiefencastel ein.
2.7.2010, Start 7.30h, Tiefencastel–Safiental–Vals

Um die anstrengende Woche bei einem Thermalbadbesuch in der Therme Vals zusammen mit meiner Freundin entspannend ausklingen lassen zu können, müssen die nun bevorstehenden Etappen von Tiefencastel über den Heinzenberg ins Safiental und weiter über den Tomülpass nach Vals erneut in einem Tag anstatt in zweien zurückgelegt werden. Der Aufstieg nach Alvaschein war härter als erwartet, wird aber mit einer spannenden Abfahrt durch Galerien und herrlich exponierten Singletrails mit bezaubernden Ausblicken belohnt. Damit ich beide Etappen an einem Tag bewerkstelligen kann besteige ich in Thusis das Postauto und lasse mich nach Obertschappina hochfahren. Dort nehme ich die letzten Höhenmeter auf den Glaspass gelassen in Angriff und freue mich auf die technisch anspruchsvolle Abfahrt runter ins Safiental. Nach Thalkirch beginnt der kurvige Aufstieg über einen holprigen Polenweg auf den Tömülpass. Erneut werde ich von Donnerwettern verfolgt und exakt bei Erreichen der Passhöhe entlädt sich die labile Luft und ich erlebe die einzigen 10 Minuten Regen während meiner ganzen Tour. Der Downhill nach Vals ist klasse – technisch anspruchsvoll, abwechslungsreich und landschaftlich traumhaft!
3.7.2010, Ruhetag Vals

Ich verbringe den Tag zusammen mit meiner Freundin im wunderschönen Thermalbad von Vals und geniesse die Entspannung und den Komfort des Garni Schnyder.
4.7.2010, Start 8.00h, Vals–Disentis

Nachdem ich mich von meiner Freundin verabschiedet hatte führt mich die nächste Etappe durch’s Val Lumnezia über die Alp Nova nach Disentis. Schon während den ersten Metern des Aufstiegs bemerke ich Schmerzen in meinem rechten Knie. Ich fühle mich ausgepumpt und erschöpft, kämpe mich aber durch und erreiche Cavardiras, ein kleiner Weiler kurz vor Disentis, wo ich im B&B „Pign Padua“ mein Knie pflege und übernachte.
5.7.2010, Start 9.00h, Disentis–Andermatt

Aufgrund der anhaltenden Schmerzen im Knie habe ich mich entschieden, die Strecke von Cavardiras bis an den Fuss des Maighelspasses in Tschamut mit der Rhätischen Bahn zurückzulegen. Die Fahrt über den Maighelspass lasse ich mir aber nicht entgehen. Der Aufstieg ist kurz und angenehm zu fahren. Es folgt die wohl technisch anspruchsvollste Strecke der ganzen Tour, die Abfahrt vom Maighelspass nach Andermatt. Zusammen mit Gerhard, ihn habe ich am Abend zuvor im B&B kennengelernt, ziehe ich mir diesen Downhill voll rein! In Andermatt übernachte ich bei einer äusserst netten Familie auf dem Bauernhof.
6.7.2010, Start 8.30h, Andermatt–Wassen

Mein Knie schmerzt noch immer, das Wetter schlägt allmählich um und es droht Regen. Ich nehme die Strecke von Andermatt nach Wassen in Angriff, fahre die alte Schöllenenstrasse hinunter und muss leider feststellen, dass es unter diesen Umständen keine Weiterfahrt mehr geben wird. Ich entscheide mich meine Tour in Wassen zu unterbrechen, einerseits um mein Knie auszuheilen, andererseits um der anstehenden Schlechtwetterperiode auszuweichen.
19.7.2010, Start 9.00h, Wassen–Meiringen

Während der letzten zwei Wochen konnte sich mein Knie vollständig erholen und das Wetter hat sich auch genügend ausgetobt und zeigt sich nun wieder von seiner schönsten Seite. Ich setze die Tour in Wassen fort und geniesse das herrlich grüne Tal dem Sustenpass empor. Auf der Passhöhe angekommen bietet sich mir eine einmalige Aussicht auf den Steingletscher. Die Abfahrt nach Innertkirchen und weiter nach Meiringen erfolgt auf der alten Sustenpassstrasse, holprig aber schön. In Meiringen geniesse ich das sommerliche Wetter und übernachte anschliessend in der Hasli Lodge.
20.7.2010, Start 7.30h, Meiringen–Grindelwald

Ein weiteres Highlight steht auf dem Programm: Die Überquerung der Grossen- und Kleinen Scheidegg im Berner Oberland. Der Aufstieg auf mehrheitlich asphaltierter Strasse ist angenehm zu fahren und die Aussicht auf die legendären Riesen des Berner Oberlandes einfach grandios: Wetterhorn, Schreckhorn, Finsteraarhorn, Eiger, Mönch, Jungfrau, Männlichen, First...alles grosse Namen mit unzähligen Geschichten. Vorbei an der Rosenlaui erreiche ich die Grosse Scheidegg, wo einem das Panorama schlichtweg umwirft. Die Abfahrt nach Grindelwald ist einfach aber bezaubernd. Check-In in der „Down Town Lodge“ und Gondelbahnfahrt auf den First. Man sagte mir, die Aussicht vom First sei die schönste vom ganzen Berner Oberland, also liess ich mir dies nicht entgehen.
21.7.2010, Start 7.30h, Grindelwald–Interlaken

Flankiert von unzähligen Viertausendern erreiche ich die Kleine Scheidegg mit der geschichtsträchtigen Eigernordwand und der Jungfraubahn. Die vielen Touristen vertreiben mich aber schon bald wieder und so nehme ich die bevorstehende Abfahrt nach Wengen und weiter nach Lauterbrunnen in Angriff. Gleich unterhalb des Hundschopfs, dem legendären Sprung der Lauberhornabfahrt, führt mein Weg über den Alpweg und weiter durch’s Kernen-S (früher Brüggli-S). In Wengen angekommen gönne ich mir ein warmes Mittagessen, bevor ich mich den steilen Downhill nach Lauterbrunnen hinunterstürze. Die Fahrt nach Interlaken entlang des Flusses ist Entspannung pur, nach all diesen Höhenmetern. In Interlaken übernachte ich im typisch bernerischen „Gasthaus Hirschen“ im Mattenquartier, wo am nächsten Morgen das beste Frühstücksbuffet der ganzen Tour auf mich wartet.
22.7.2010, Start 7.30h, Interlaken–Adelboden

Die längste Etappe der Tour steht an. Entlang des Thunersee’s mit moderater Steigung bis Aeschi, entpuppt sich die Fahrt durch unzählige Seitentäler mehr und mehr als harter Brocken. Hätte ich unterwegs nicht Pierre kennengelernt, welcher das selbe Ziel wie ich hatte, so wäre ich in Frutigen wohl vom Sattel gestiegen und hätte mich mit dem Postauto nach Adelboden fahren lassen. Pierre motivierte mich jedoch durchzubeissen und so erreichte ich ein paar Stunden später erschöpft aber glücklich Adelboden. Erneut schlug das Wetter um ein die Prognose für die nächsten zwei Tage liess nichts gutes verlauten. Ich bezog ein Zimmer in der Pension Sonne und wartete auf besseres Wetter.
23.7.2010, 1. Ruhetag Adelboden

Aufgrund des schlechten Wetters entschied sich meine Freundin mich erneut zu besuchen. Wir verbrachten einen Tag im Dorf von Adelboden und liessen es uns so richtig gut gehen.
24.7.2020, 2. Ruhetag Adelboden

Wetterbedingt pausierte ich einen weiteren Tag. Meine Freundin und ich nutzten die Gelegenheit, an den Engstligenfällen vorbei über den Felsenweg auf die Engstligenalp zu wandern. Absolut lohnenswert muss ich sagen, auch bei schlechtem Wetter.
25.7.2010, Start 8.30h, Adelboden–Château d’Oex

Ich erwachte mit Blick auf sonnenbeschienene Berge mit weissen Kuppen. Meine Tour setzte sich fort über den Hahnenmoospass runter nach Lenk und weiter nach Zweisimmen. Es ist eine kurze Etappe und so beschloss ich, gleich noch eine zweite anzuhängen. Von Zweisimmen schlängelte ich mich das Simmental nach Gstaad und Saanenmöser hoch. Die Landschaft ist herrlich hügelig und nicht zu vergleichen mit den rauen alpinen Regionen der letzten Tage. Es schien, als hätte der Regen alles Spitzige rundgewaschen. Weiter ging die Fahrt an Rougemont vorbei, über den La Laitemaire nach Château d’Oex. Die erstbeste Übernachtungsmöglichkeit nahm ich gleich wahr und bezog ein Zimmer im „Hotel de la gare“, bevor ich mir im hübschen Dorf herumschlendernd in der heimischen Brasserie ein herrliches Abendessen gönnte.
26.7.2010, Start 8.00h, Château d’Oex–Aigle

Die letzte Etappe: Etwas wehmütig, dass heute Abend das ganze Abenteuer schon vorbei sein werde, versuchte ich jeden Meter besonders zu geniessen. Nach dem ersten Aufstieg nach Les Mossettes bot sich mir ein grandioser Panoramablick über den vor mir liegenden Stausee und die ihn umschliessenden Hügel. Bald erreichte ich den Col des Mosses, dessen Moorwiesen in traumhaften Farben leuchteten. Weiter ging die Fahrt, hoch über dem Tal mit Blick auf die Walliser Berge, bis nach Leysin. Ich bog ein auf meine allerletzte Abfahrt auf dieser Tour. Schon nach ein paar Meter entpuppte sich diese als äusserst knifflig und nicht zu unterschätzen. Es war nochmals höchste Konzentration gefragt. Die letzten Kilometer führten mich durch endlos scheinende Rebberge, ehe ich den Bahnhof von Aigle glücklich und zufrieden, und auch ein wenig stolz erreichte.

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